Gute Vorsätze reichen nicht

Gute Vorsätze reichen nicht

Der erste halbe Monat des Jahres ist meist schon ein Reality Check. Sollte man mit guten Vorsätzen gestartet sein, zeigt sich erstaunlich schnell, warum sie sich im Alltag nicht durchhalten lassen. Nicht, weil sie falsch wären oder weil es an Disziplin mangelt. Sondern weil sie auf eine Organisation treffen, die genauso arbeitet wie zuvor. Der Kalender ist voll, das Tagesgeschäft dominant, und die strukturellen Fragen bleiben liegen.

In vielen Gesprächen mit Unternehmerinnen und Unternehmern wird genau das deutlich. Es gibt keinen Mangel an Einsatz, keinen Mangel an Ideen und schon gar keinen Mangel an Zielstrebigkeit. Und trotzdem bleibt das Gefühl, dass die Dinge schwerfällig sind. Dass Entscheidungen länger dauern als nötig. Dass viel Energie investiert wird, aber zu wenig Wirkung entsteht. Der Wunsch nach mehr EBIT, besserem ROI und höherer Reaktionsgeschwindigkeit ist da – der Weg dorthin bleibt unklar.

Wo Vorsätze scheitern

Sehr schnell landen wir beim Thema Priorität. Wenn Vorsätze scheitern, liegt das häufig daran, dass nicht klar entschieden wurde, worauf sich das Unternehmen jetzt wirklich fokussiert. Welche Märkte und Geschäftsfelder sind entscheidend? Welche Strukturen und Ressourcen braucht es, um dort anzukommen? Strategische Klarheit heißt nicht, alles gleichzeitig anzugehen, sondern bewusst zu entscheiden, was Vorrang hat – und was eben nicht. Solange diese Entscheidung nicht getroffen oder nicht geteilt ist, arbeiten viele engagiert, aber nicht in dieselbe Richtung. Das kostet Zeit, Geld und Aufmerksamkeit.

Eng damit verbunden ist die Frage der Entscheidungsfähigkeit. In vielen Organisationen ist unklar, wer wofür Verantwortung trägt und wo Entscheidungen tatsächlich getroffen werden sollen. Dann wandert vieles nach oben, wird in Runden abgesichert oder bleibt liegen. Ownership entsteht so nicht. Entscheidungsfähigkeit ist keine Frage von Mut allein, sondern von Struktur, Rollenklarheit und Führung. Menschen müssen wissen, welchen Beitrag sie leisten sollen und woran ihr Erfolg gemessen wird.

Was jetzt Tempo bringt

Gerade in Phasen erhöhter Unsicherheit zeigt sich, wie belastbar diese Grundlagen sind. Wenn alles über wenige Köpfe läuft, entsteht kein Tempo, sondern Abhängigkeit. Führung heißt in diesem Zusammenhang nicht, alles selbst zu entscheiden, sondern Klarheit zu schaffen – über Ziele, Zuständigkeiten und Erwartungen.

Hinzu kommt ein weiterer Punkt, der in den vergangenen Jahren deutlich an Bedeutung gewonnen hat: Führung in der Breite. Führung ist heute komplexer als früher. Ein einheitlicher Stil reicht nicht mehr aus. Unterschiedliche Situationen, unterschiedliche Teams und unterschiedliche Reifegrade erfordern situatives, kontextbezogenes Führen. Mal braucht es klare Ansagen, mal Orientierung, mal Vertrauen und Raum. Führungskräfte müssen diese Variabilität erkennen und gestalten können.

Und schließlich bleibt das große Thema Generationenwechsel. Nicht nur an der Spitze des Unternehmens, sondern auf allen Ebenen. Jüngere Mitarbeitende bringen andere Perspektiven, andere Erfahrungen und eine andere Lebenswirklichkeit mit. Diese Potenziale zu nutzen, ist kein Selbstläufer. Es braucht bewusste Einbindung, echtes Interesse und klare Erwartungen. Wer junge Menschen ernsthaft beteiligt, stärkt nicht nur die eigene Organisation, sondern auch ihre Zukunftsfähigkeit.

Mein Fazit ist klar: Wer mit den nötigen PS ins neue Jahr gehen will, braucht keine neuen Vorsätze. Entscheidend sind klare Prioritäten, echte Entscheidungsfähigkeit, wirksame Führung und ein aktiver Umgang mit dem Generationenwechsel. Dort entsteht Tempo. Nicht durch Aktionismus, sondern durch Klarheit.

Erleben Sie,  dass Entscheidungen ins Stocken geraten und Energie im Alltag verloren geht? Wenn Zeit ein kritischer Faktor ist, lohnt es sich jetzt, Klarheit und Orientierung konsequent in den Mittelpunkt zu stellen. Wir unterstützen Sie dabei, Führung, Struktur und Umsetzung wieder so auszurichten, dass Wirkung entsteht.

 

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