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Strategieentwicklung: Familienunternehmen zukunftsfähig gestalten

Strategieentwicklung: Familienunternehmen zukunftsfähig gestalten

Eine Strategie gibt Orientierung, wenn Märkte, Geschäftsmodelle und Rahmenbedingungen in Bewegung sind. Für Familienunternehmen ist Strategieentwicklung deshalb mehr als die Erstellung eines Strategiepapiers:

Sie verbindet langfristige Unternehmerinteressen, gewachsene Kompetenzen und notwendige Weiterentwicklung mit klaren Entscheidungen. Dieser Beitrag zeigt, wie Familienunternehmen ihre Strategie systematisch entwickeln, priorisieren und in konkretes Handeln übersetzen können.

Das Wichtigste in Kürze

  • Strategieentwicklung legt die langfristige Ausrichtung eines Unternehmens fest und verbindet Ausgangssituation, Zukunftsbild, Ziele und grundlegende Handlungsentscheidungen.
  • Familienunternehmen müssen bewährte Stärken und unternehmerische Werte mit Veränderung und Weiterentwicklung verbinden.
  • Ein Strategieentwicklungsprozess reicht von der Analyse über die Priorisierung strategischer Optionen bis zur Umsetzung und regelmäßigen Überprüfung.
  • Wirksam wird Strategie, wenn sie in konkrete Handlungsfelder, Verantwortlichkeiten, Ressourcen und messbare Ziele übersetzt wird.
  • Klare Fragestellungen, relevante Perspektiven und wenige priorisierte Stoßrichtungen schaffen Orientierung und Handlungsfähigkeit.

 

Was ist Strategie­entwicklung?  

Strategieentwicklung ist ein systematischer Prozess zur Festlegung der langfristigen Ausrichtung eines Unternehmens. Ausgangspunkt ist die Frage, wo das Unternehmen heute steht und welche Entwicklungen sein Umfeld prägen. Daraus entsteht ein Zukunftsbild, das mit strategischen Zielen und grundlegenden Handlungsentscheidungen verbunden wird.

Dabei werden interne Ressourcen, Kompetenzen und bestehende Geschäftsmodelle ebenso berücksichtigt wie Markt, Kunden, Wettbewerb und das weitere Unternehmensumfeld. Strategieentwicklung schafft damit einen Bezugsrahmen für Entscheidungen zu Wachstum, Märkten, Angeboten, Geschäftsmodellen und Positionierung.

Wichtig ist die begriffliche Einordnung: Die Vision beschreibt das angestrebte Zukunftsbild. Die Mission gibt Orientierung für den grundlegenden Auftrag des Unternehmens. Strategische Ziele konkretisieren, was erreicht werden soll. Die Strategie verbindet diese Elemente mit Entscheidungen und Prioritäten.

Strategieentwicklung ist keine einmalige Aufgabe, die mit der Veröffentlichung eines Strategiepapiers endet. Sie ist eine wiederkehrende Führungsaufgabe: Strategische Entscheidungen werden umgesetzt, Fortschritte überprüft und bei veränderten Rahmenbedingungen weiterentwickelt.

Warum die Strategie­entwicklung für Familien­unternehmen wichtig ist. 

Familienunternehmen verfügen häufig über eine langfristige Orientierung, gewachsene Strukturen und unternehmerische Werte. Diese Ausgangslage kann eine wichtige Grundlage für Zukunftsfähigkeit und Wettbewerbsfähigkeit sein. Zugleich entsteht strategischer Handlungsbedarf, wenn sich Märkte verändern, Wachstum ansteht, neue Geschäftsmodelle entwickelt werden oder Transformation und Generationenwechsel bevorstehen.

Strategieentwicklung hilft, bewährte Stärken und Traditionen mit notwendiger Veränderung zu verbinden. Sie schafft Orientierung bei grundlegenden Entscheidungen und macht sichtbar, welche Optionen verfolgt, priorisiert oder bewusst nicht weiterverfolgt werden sollen.

Strategische Aufgabe

Worum es geht

Langfristige Ausrichtung

Wettbewerbsfähigkeit und Zukunftssicherung über kurzfristige operative Ziele hinaus entwickeln.

Entscheidungsorientierung

Klarheit zu Wachstum, Märkten, Investitionen, Geschäftsmodellen und Positionierung schaffen.

Perspektiven verbinden

Unterschiedliche Sichtweisen von Eigentümern, Geschäftsführung und Organisation berücksichtigen.

Veränderung gestalten

Bei Nachfolge, Generationenwechsel oder Transformation eine gemeinsame strategische Richtung schaffen.

 

Strategieberatung für Familienunternehmen

Wenn strategische Entscheidungen, langfristige Unternehmerinteressen und wirtschaftliche Erfordernisse zusammengeführt werden sollen, unterstützt triljen Familien­unternehmen bei der Strategie­entwicklung.

 

Wie läuft ein Strategie­entwicklungs­prozess ab? 

Der Strategie­entwicklungsprozess lässt sich als zusammenhängender Ablauf verstehen. Die einzelnen Phasen bauen aufeinander auf und führen von der Klärung des Handlungsbedarfs zu Entscheidungen, Zielen und Umsetzung.

  1. Ausgangssituation und strategischen Handlungsbedarf bestimmen
  2. Interne und externe Einflussfaktoren systematisch analysieren
  3. Strategische Optionen entwickeln, bewerten und priorisieren
  4. Unternehmensziele und strategische Stoßrichtungen ableiten
  5. Die Umsetzung vorbereiten sowie die Strategie regelmäßig überprüfen und weiterentwickeln

Vertiefung zur Veränderung und Zukunftsgestaltung:
Transformation im Familienunternehmen: unser Leitfaden für eine starke Zukunft

 

Strategische Analyse: Ausgangslage, Markt und Wettbewerb verstehen 

Eine tragfähige Unternehmensstrategie beginnt mit einem realistischen Bild der Ausgangslage. Die interne Analyse betrachtet Stärken, Schwächen, Ressourcen, Kernkompetenzen und bestehende Geschäftsmodelle. Die externe Analyse richtet den Blick auf Markt, Kunden, Wettbewerb sowie wirtschaftliche, technologische und gesellschaftliche Entwicklungen.

Für Familienunternehmen ist zusätzlich relevant, welche gewachsenen Kompetenzen und Strukturen auch künftig Wettbewerbsvorteile bieten können. Traditionen und bestehende Fähigkeiten sind dabei nicht automatisch unveränderlich. Sie sollten daraufhin geprüft werden, welchen Beitrag sie zur zukünftigen Positionierung leisten.

Instrument

Möglicher Beitrag zur Analyse

SWOT-Analyse

Verbindet interne Stärken und Schwächen mit externen Chancen und Risiken.

PESTEL-Analyse

Strukturiert die Betrachtung wirtschaftlicher, technologischer und gesellschaftlicher Entwicklungen sowie weiterer Umfeldfaktoren.

Porters Five Forces / Branchenstrukturanalyse

Unterstützt die Analyse von Unternehmensumfeld, Wettbewerb und Verhandlungsmacht.

 

Von der Analyse zur Unternehmens­strategie 

Die Analyse liefert noch keine Strategie. Zunächst werden zentrale Erkenntnisse verdichtet und wesentliche strategische Herausforderungen bestimmt. Darauf aufbauend formuliert das Unternehmen ein Zukunftsbild und strategische Ziele: Wo soll das Unternehmen künftig stehen?

Anschließend werden unterschiedliche strategische Optionen entwickelt und hinsichtlich Chancen, Risiken und Machbarkeit bewertet. Die daraus entstehenden Entscheidungen betreffen unter anderem Märkte, Kunden, Angebote, Geschäftsmodelle, Positionierung und notwendige Fähigkeiten.

Ein zentraler Schritt ist die Priorisierung. Eine wirksame Strategie benennt wenige strategische Stoßrichtungen und legt ebenso fest, welche Optionen bewusst nicht verfolgt werden. (Must-win-battles) Dadurch wird Strategiearbeit entscheidungsorientiert und erhält Bedeutung für das Management und die Organisation.

Praxisleitfaden: Von der Analyse zur Entscheidung

  1. Erkenntnisse aus interner und externer Analyse bündeln

  2. Strategische Herausforderungen klar benennen

  3. Zukunftsbild und strategische Ziele formulieren

  4. Optionen nach Chancen, Risiken und Machbarkeit bewerten

  5. Wenige Stoßrichtungen priorisieren und bewusste Nicht-Entscheidungen festhalten

 

Strategieumsetzung: Von strategischen Zielen zu konkretem Handeln 

Strategische Ziele entfalten erst Wirkung, wenn sie in konkretes Handeln übersetzt werden. Dafür werden strategische Stoßrichtungen in Handlungsfelder, Maßnahmen und messbare Ziele überführt. Ebenso wichtig ist die Klärung von Verantwortlichkeiten, Ressourcen und Prioritäten.

Führungskräfte und relevante Mitarbeitende sollten einbezogen werden. Strategische Entscheidungen müssen nachvollziehbar kommuniziert und in die Unternehmenssteuerung sowie den operativen Alltag überführt werden. Fortschritte werden regelmäßig überprüft. Verändern sich die Rahmenbedingungen, wird die Strategie angepasst und weiterentwickelt. Hier können passende Strukturen für Orientierung sorgen.  

 

 

Erfolgs­faktoren der Strategie­entwicklung in Familienunternehmen 

Strategieentwicklung wird besonders dann tragfähig, wenn sie nicht nur ein Zielbild formuliert, sondern gemeinsame Orientierung und konkrete Entscheidungen schafft. Für Familienunternehmen sind dabei mehrere Erfolgsfaktoren relevant:

  • Eine klare strategische Fragestellung und ein gemeinsames Verständnis der angestrebten Entwicklung
  • Die gezielte Einbindung relevanter Perspektiven aus Eigentümerkreis, Geschäftsführung, Führung und Organisation
  • Die Verbindung langfristiger Unternehmerinteressen mit
    wirtschaftlichen Erfordernissen
  • Eine konkrete, priorisierte und entscheidungsorientierte Strategie statt allgemeiner Zielbilder
  • Das Zusammendenken von Strategieentwicklung und Umsetzung von
    Beginn an
  • Die regelmäßige Bereitschaft, die Strategie zu überprüfen und
    zu hinterfragen

Hier bietet es sich an, dass Mitarbeitende gezielt eingebunden werden.

 

 

 

Jörg Hesse

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